Tukwaniliza kusomelo – You`re welcome at school

Leider sind jetzt schon gute sechs Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen und eigentlich war der Plan mehr oder weniger regelmäßig alle zwei oder drei Wochen etwas zu veröffentlichen, aber wie ich schon festgestellt habe, kann hier in Uganda ein Plan auch mal nicht so optimal und schnell ablaufen wie man das gerne hätte. Und genau das ist auch der Grund weshalb ich jetzt erst über die ersten Schulwochen berichte, denn der anfänglich geplante Schulalltag kam dann doch ganz anders als erwartet.

Zunächst haben wir erwartet, dass Theresa und ich wie unsere Vorfreiwilligen Isabell und David an zwei Primary Schools gehen werden, einmal die Sister Miriam Duggan School und einmal die Bright Community School, aber das wurde dann schon in der ersten Woche umgeändert, da es wohl einige Schwierigkeiten im letzten Jahr an der Bright gegeben haben soll, weswegen die Schule gekickt wurde.

Nun ja, dachte ich mir , dann gibt es halt eine ganz neue Schule, nämlich die WinterLand Primary School, in der wir die ersten Freiwilligen sind und alles quasi auf unsere Weise neu aufbauen können, also im Grunde genommen eine tolle Möglichkeit 🙂

WINTERLAND_PRIMARY_DAY_AND_BOARDING_SCHOOL

Aber dieser Plan sollte dann doch schief gehen….. es fehlt jegliche Struktur von Sportunterricht. Das einzige was es gibt, ist eine zwanzig minütige gemeinsame Sportstunde dienstags und donnerstags morgens mit der gesamten Schule in einer viel zu kleinen Aula, wobei die Schüler auf Musik etwas rumhüpfen sollen…. Daher dachten wir uns, dass wir ja dann P.E. (Physical Education) neu einführen können mit nur einzelnen Klassen, da die Schüler in einer teilweise 50 Stunden Schulwoche definitiv mehr Bewegung brauchen, als nur 40 Minuten in der Woche. Allerdings haben unsere vielen Gespräche und Bemühungen das durchzusetzen nicht geklappt und somit konnten leider wir keinen Sportunterricht einführen :/  Das einzge was dabei schlussendlich rumgekommen ist, dass wir über zweihundert Schüler nach offiziellem Unterrichtsschluss für eine halbe Stunde P.E. bekommen haben…

Dann wollten wir wenigstens versuchen während der regulären Unterrichtszeit den anderen Unterricht zu unterstützen und den Lehrern etwas unter die Arme zu greifen, jedoch unterscheiden sich an der Schule die Ansichten des Direktors und der Lehrer gewaltig, inwiefern sie Hilfe haben möchten, denn auch dieser Plan endete damit, dass Lehrer zum Direktor gegangen sind, um sich bestätigen zu lassen, dass wir auch wirklich gerade ihren Unterricht unterstützen sollen, weil sie unsere Hilfe eigentlich gar nicht wollen. Daher haben Theresa und ich uns einheitlich dazu entschieden die Schule zu kicken, da eine halbe Stunde P.E. in der Woche einfach zu wenig ist und die Schule unsere Hilfe nicht so wirklich brauch und will….

 

In der Zwischenzeit sind wir Montags und Donnerstags wie unsere Vorfreiwilligen zu der Sister Miriam Duggan School gegangen, ein wahrer Lichtblick im Vergleich zu dem Trubel mit der anderen Schule, und haben dort angefangen P.E. und I.C.T (Computerunterricht) zu geben. Hier haben wir anfänglich montags die P4 und P5 und Donnerstags die P6 und P7 in Sport und in I.C.T. unterrichtet. Und ich muss sagen, dass die Erfahrungen an dieser Schule genau das sind , was ich mir vorgestellt habe, denn es macht einfach nur Spaß mit den Kids Sport zu machen, sowohl sie zu unterrichten, als auch selbst mitzumachen 🙂 Und auch die Lehrerschaft, die überwiegend aus noch ziemlich jungen Lehrern besteht, ist einfach klasse drauf. Da wird auch mal die ein oder andere Pause mit den Lehrern und Kids zusammen Fußball oder Frisbee gespielt 😀 mega spaßig !

Da uns die Duggan so sehr gefällt, haben wir voerst anstatt eine neue Schule zu suchen, uns darum bemüht so viele Stunden und Projekte an der Duggan zu bekommen wie möglich, was wieder nicht ganz einfach war und viel Diskussion und Geduld und noch ein zehntes Mal nachfragen erfordert hat, aber machbar war 🙂

Mittlerweile haben wir drei Tage anstatt nur zwei und noch zusätzliche Nachmittagsprojekte in Arbeit oder schon begonnen. Der Montag ist geblieben wie er ist, am Dienstag haben wir jetzt zusätzlich P.E. Unterricht mit der P2 und P3 bekommen und nachmittags führen wir das erst kürzlich von unseren Vorfreiwilligen begonnene Schwimmprojekt weiter bzw. wir haben es neu in einem anderen Schwimmbad begonnen, damit wir den Kindern eigenhändig Schwimmen beibringen können. Donnerstags haben wir noch zusätzlich zu P6 und P7 die P1 bekommen und damit jetzt alle Klassen in P.E. abgedeckt. Außerdem steht ein Basketballprojekt in Planung und ich habe wie bereits vorher davon geträumt, ein Selbstverteidigunsprojekt mit der P6 gestartet (Hierbei schöne Grüße an meinen Heimatsverein 😉 ). Also alles in allem hat sich unsere Geduld auf jeden Fall bezahlbar gemacht 🙂

Schließlich haben wir vor zwei Wochen beschlossen die Bright Community School wieder mit ins Boot zu nehmen, d.h. wir haben den freien Mittwoch und Freitag dort aufgefüllt und unterrichten dort P.E. und Deutsch. Da wir dort noch nicht so lange sind, gibt es dazu noch nicht so viel zu berichten, aber wir wurden dort überschwänglich positiv begrüßt und der Unterricht macht dort bis jetzt ebenfalls mega Spaß, also noch nichts von irgendwelchen Problemen zu merken 🙂

 

Abschließend kann ich noch sagen, dass ich immernoch mega froh bin hier sein zu dürfen und es von Tag zu Tag besser wird, sowohl das Arbeitsleben, als auch die freie Zeit am Wochenende 🙂 Auch der enge Kontakt zu unseren Mitfreiwilligen in Jinja macht die Zeit hier zu etwas besonderem, denn wir besuchen uns gegensseitig fast jedes Wochenende und feiern zusammen, unternehmen zusammen etwas oder arbeiten zusammen. Das vergangene Wochenende zum Beispiel waren wir wieder in Jinja und haben eine Wandertour durch den tropischen Mabira Forrest gemacht, das war echt ne tolle Tour ! Außerdem hatte Nele am Montag Geburtstag, was wir natürlich schön zusammen gefeiert haben 😉

Dadurch das hier Examen waren, hatte ich Montag und Dienstag frei, was ich aber nutzen konnte, um die Schulen der Jinja Leute besuchen zu können und dort und bei Ewaka mitarbeiten zu können, was mir immer wieder unglaublich viel Spaß macht mit den Kids dort 🙂

Auf jeden Fall bin ich gespannt was die nächste Zeit noch mit sich bringt, wir haben schon ein paar Sachen in Planung 😉

Viele Grüße aus Uganda,

Robin

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Nyumbani ya watoto

Jetzt sind schon die ersten vier Wochen rum und es kommt einem so vor als wäre man erst gestern hier angekommen und gleichzeitig als wäre man schon ewig hier. In dieser Zeit hat sich natürlich auch einiges neues getan wovon ich euch gerne berichten möchte.

Wie bereits in meinem letzten Eintrag erwähnt, haben die Kinder hier noch bis zum 16.09 Schulferien, weshalb wir bis jetzt noch nicht in unseren Hauptprojekten arbeiten konnten. Daher haben wir ein neues Projekt mit überwiegend Straßenkids in der „Nyumbani ya watoto foundation“ gestartet. Zu Beginn herrschte noch keinerlei Struktur, da das Projekt nicht nur für uns, sondern auch für die Kids was ganz neues war, denn bisher gab es wohl schon mal eine Freiwillige, die in dieser Foundation war, wovon die Kids jedoch anscheinend nicht viel hatten. Umso schöner war es nun zu sehen, dass die Kids nach einiger Zeit bemerkt haben, dass wir nicht wieder irgendwelche Weißen sind, die zwei dreimal vorbeischauen und dann wieder weg sind, sondern dass wir wirklich mit Kontinuität von Montag bis Freitag morgens um 10 Uhr erscheinen und mit ihnen mehrere Stunden Zeit verbringen.

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Fangen spielen mit den Kids

Die ersten paar Tage im Projekt waren von der Organisation noch relativ holprig, da wir uns selbst erst mal zu Recht finden und uns einen Überblick über die Möglichkeiten, die wir hier haben, schaffen mussten. Auch haben wir einige Dinge über die Kids festgestellt, wie beispielsweise, dass die Kinder nicht alle ein Alter haben, sondern, dass die Jüngsten  schätzungsweise 1 bis 2 Jahre sind und die Ältesten um die 12 bis 16 Jahre, was die Planung eines Programmes noch mehr erschwert. Außerdem sind fast täglich andere Kinder vor Ort, sodass gerade das genauere Kennenlernen sich als schwierig gestaltet. Mittlerweile hat sich jedoch eine Gruppe von circa 10 bis 15 Kindern ergeben, die neben ständig neuen Kids eigentlich immer anwesend ist, was gerade das Erlernen der Namen etwas vereinfacht hat 😉

Nach der ersten Woche haben wir dann damit begonnen etwas Struktur reinzubringen und damit gestartet, dass wir immer gegen 10 Uhr morgens ins Projekt gehen und dann den Tag mit einer German Class beginnen. Anschließend folgen verschiedenste Aktivitäten die entweder in Richtung P.E. (Physical education) gehen oder aber einfach in die Richtung, dass wir für die Kids da sind, uns ein wenig mit ihnen bewegen und mit ihnen die Zeit bei einem Kartenspiel oder sonst etwas verbringen. Wir haben gemerkt, dass es den Kindern total egal ist wie gut oder wie schlecht das ist was wir mit ihnen machen, ob das komplett durchgeplant oder total spontan ist, ob es anstrengende Bewegungen sind oder einfach ein entspanntes Kartenspiel, es ist alles egal für sie…. das Wichtigste ist, dass wir Zeit mit ihnen verbringen und für sie da sind und genau derselben Meinung sind wir auch 🙂 Und genau so läuft unser Projekt seit dem auch. Es ist entspannt und doch gleichzeitig anstrengend und es macht mir einfach nur Spaß zu den Kids hinzugehen und mit ihnen etwas zu unternehmen, sei es Punkt für Punkt durchgeplant oder nicht.

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Erstes Mal German Class – die Kids lernen erste Begrüßungsfloskeln wie Guten Morgen, Mein Name ist u.a.

Nun, mittlerweile sind schon einige Dinge zusammengekommen, die wir mit den Kids gemacht haben. Die German Class wird in Abhängigkeit davon, ob genügend Kids pünktlich anwesend sind, relativ regelmäßig weitergeführt, wobei sie bis jetzt eher einfache Dinge wie Zahlen, Tiere, Früchte usw. gelernt haben. Hierbei kam es sogar bei dem Erlernen der Früchte zu gewissermaßen musikalischen Höchstleistungen 😀 dank eines kleinen Songs, den Emma zu großem Spaß der Kinder eingeführt hat.

Mit den Älteren haben Noah und ich bereits einige Male Fußball gespielt und auch Handball durften sie unter Emmas und Noahs Leitung kennenlernen. Der absolute Favorit im Moment ist allerdings das Spielen mit meiner kleinen Frisbee, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Vielleicht werde ich ihnen in der kommenden Zeit mal „Ultimate Frisbee“ etwas näher bringen.

Zum Abschluss der Ferien hat sich Noah noch etwas nettes ausgedacht, und zwar haben wir auf unserem morgigen Fußmarsch zum Projekt eine riesige Wassermelone gekauft und sie zum großen Spaß der Kids gemeinsam gegessen. Das war ein echt schönes Erlebnis, denn die Kids haben beim Essen richtig gestrahlt 🙂

Schließlich kann ich bis jetzt sagen, dass es mir immer mehr Spaß macht hier zu sein, im Projekt arbeiten zu können und die Möglichkeit zu haben viele neue Menschen kennenzulernen, wobei wir sogar schon von Mitkolleginnen im Projekt zum Essen eingeladen worden sind, was deutlich zeigt wie nett und gastfreundlich die Menschen sind.

 

Zum Abschluss möchte ich noch ganz kurz ein mir wichtiges Thema ansprechen. Wir leben hier ja mit einer Art Gastfamilie zusammen, wobei wir echt richtig froh sind mit  Mama Cathy zusammenleben zu dürfen. Das Problem ist nun allerdings, dass sie neben ihren eigenen gebürtigen Kindern auch noch andere Kinder warmherzig aufgenommen hat und auch sie alleine groß zieht. Dabei arbeitet sie den ganzen Tag hart, um alle durchzufüttern und den Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Der Punkt ist nun jedoch, dass es dieses Jahr mit der Finanzierung der Schule für ein Kind ein Problem gab. Natürlich haben wir Freiwillige sie da nicht hängen gelassen und ihr die nötige Unterstützung zukommen lassen. Damit ihre Kinder aber in Zukunft auch weiter gut abgedeckt sind, wollte ich mich mal bei euch erkundigen, ob jemand vielleicht dazu bereit wäre eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen oder ob jemand jemanden kennt, der offen für eine Partnerschaft wäre. Daher bitte ich euch, bei Interesse meldet euch einfach bei mir per Email : robinneises@gmail.com

 

Auf jeden Fall wünsche euch schöne Grüße aus Uganda und werde euch versuchen fleißig weiter zu berichten, was ab nächster Woche in der Schule so abgeht 😉

Ab geht`s nach Uganda

Nach der vielen Vorbereitung, den zwei sehr coolen Vorbereitungsseminaren (über die ich leider aus Zeitgründen jetzt nicht mehr schreibe) und der ganzen Hektik zwecks  letzten Regelungungen und dem Packen des Koffers, war es dann nun endlich soweit. Am 17.8 standen wir nun am Flughafen in Frankfurt und sollten uns auf die Reise nach Uganda machen. Ein ganzes Jahr. Da blieben die ein oder andere Träne bei dem Abschied auch nicht aus, aber allem in allem freuten wir 8 ASC Freiwillige uns schon sehr auf das kommende spannende Jahr, als wir uns schließich in den Flieger setzten.

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Nach schließlich 11h Flugzeit, zwei Zwischenstopps und einmal Umsteigen sind wir alle ziemlich müde nachts am Flughafen in Entebbe angekommen. Von dort aus ging es dann direkt weiter mit den Flughafentaxis nach Kampala, wo wir dann alle endlich in ein Bett fallen konnten.

Darauf folgten dann drei Tage in Kampala voller neuer Eindrücke mit den verschiedensten Aktivitäten, unter anderem Sim-Karten besorgen, local food probieren, den Tempel of Baha`i besuchen, Einkaufen in der Acacia Mall, Erkunden des vollbelebten Owino Markets und der Abholung unserer Working Permits beim Immigration Office und vieles mehr…. wobei unser Schlaf das ein oder andere mal auch zu kurz kam 😉

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Wir 8 ,,ASC Uganda Freiwillige“ vor dem Temple of Baha`i

Unsere stetigen Begleiter in dem ganzen Trubel und Chaos auf den Straßen Kampalas sind, neben Ubers (Autotaxis) und Matatus (Bussen), sogenannte Boda Bodas (Motorradtaxis) mit denen man zwar oft sehr abenteuerlich unterwegs ist, dafür aber auch am schnellsten und sehr ,,galant“, da die riesigen Straßenlöcher manchmal doch sehr wendiges Fahrverhalten benötigen. Auf jeden Fall werde ich mich nie wieder über unsere ,,schlechten“ Straßen in der Eifel beschweren 😀

Montag ging es dann nach verzögertem Erhalt unserer Working Permits nach Jinja, wo wir ein Projekt der vier Jinja Freiwilligen (Nele, Marie, Lucas & Jesper) kennenlernen durften, nämlich Ewaka, ein Kinderheim, dass unsere Projektmanger Eva und Jonas aufgebaut haben, um Kindern ein ,,Ewaka“ (lug. für Zuhause) zu schenken. Dort haben wir die Kinder von Ewaka kennengelernt und mit ihnen zum Beispiel Fußball, Badminton und vieles mehr gemacht.

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Marie und Theresa mit Kids von Ewaka am Nil

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Seite des Hauses von Ewaka

 

Am nächsten Tag ging es dann für uns Kampala Freiwillige (Theresa, Emma, Noah und mich) schon wieder zurück nach Kampala, wo wir dann am Donnerstag und Freitag ein ganz neues Projekt mit Straßenkids allen Alters angefangen haben, mit denen wir jetzt, wo noch Ferien hier sind, sportliche Aktivitäten wie Fußball , Fangen und Ballzuwerfen gespielt haben. Da das Projekt erst ganz neu ist, haben wir die Möglichkeit selbst Struktur in das Ganze reinzubringen und viel Eigeninitiative einzuführen. Wir haben auch schon einige Ideen, wie z.b. eine Eröffnung eines Deutschkurses, aber viel kann ich euch nach zwei Tagen noch nicht darüber berichten, aber ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Schöne Grüße Robin